
Im Oktober 1986 gründeten einige musikliebende,
sangesfreudige Musik- und Theologiestudenten in Leipzig das Collegium canticorum.
Sie interessierten sich besonders für die Vokalmusik aus der Zeit vor Bach, die
damals noch weniger als heute gekannt und gepflegt wurde. Es ist ungewöhnlich,
dass von den heute neun Sängerinnen und Sängern sieben aus der ersten
Leipziger Zeit stammen. Nicht ganz unschuldig daran ist sicher der Umstand, dass
innerhalb des Ensembles mittlerweile drei Hochzeiten stattgefunden haben.
Dennoch gehen die heutigen Mitglieder ihrem Broterwerb als Musiker, Geistliche
oder Juristen auf ganz Deutschland verteilt nach. Die Probenarbeit beschränkt
sich daher auf regelmäßige Probenwochenenden sowie eine jährliche
Sommer-Konzerttournee. Wesentliche Anregungen für ihre Arbeit erfuhren die Sänger
bei Kursen der King’s Singers in den Jahren 1992 und 1994.
Das Collegium canticorum hat sich im Laufe der Zeit
ein Repertoire von etwa 200 Kompositionen erarbeitet. Es umfasst Werke aus dem
13. Jahrhundert ebenso wie zeitgenössische Kompositionen, zum Beispiel solche
von Jens Marggraf, der selbst Ensemblemitglied ist. Die Neugier der Gruppe auf
wenig bekannte und selten gesungene Vokalwerke hält weiter an, so dass das
Repertoire weiter wächst und jährlich zwei bis drei unterschiedliche Programme
zur Aufführung gelangen.
Die Konzerttätigkeit des Collegium canticorum ist
sehr facettenreich. Das Ensemble singt in Kirchen, Schlössern bis hin zu
Konzertsälen und ist regelmäßig bei Musikfestivals vertreten, so bei dem
Festival „Olavsfestdagene“ in Trondheim (Norwegen), bei den „Thüringer
Bachwochen“ und beim „Musiksommer Mecklenburg-Vorpommern“. Neben den
zahlreichen Konzerten innerhalb Deutschlands waren Reisen nach Norwegen,
Schweden, Finnland und in die Schweiz Höhepunkte der Arbeit.
Die Konzerte des Collegium canticorum zeichnen sich
nach Meinung vieler Zuhörer und Kritiker vor allem dadurch aus, dass den Sängerinnen
und Sängern trotz des professionellen Anspruchs und Ergebnisses Spaß und
Freude an ihrem Singen nie abhanden gekommen sind. Ihr Vortrag wird dadurch
ungewöhnlich lebendig und eindrücklich. Ein besonderer Reiz der
abwechslungsreichen Programme geht zudem von der Vielfalt der Sprachen aus, die
in ihnen vertreten sind.
Klicken Sie auf die Gesichter, um etwas über unsere
Biografien zu erfahren.